Digitale Förderung für österreichische KMU
KMU.DIGITAL: Förderung für die Digitalisierung

Was ist die KMU.DIGITAL Förderung?

KMU.DIGITAL ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Ziel ist es, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Digitalisierung zu unterstützen — finanziell und strategisch.

Das Programm besteht aus zwei Modulen:

  • Modul A — Beratung: Ein CDC-zertifizierter Berater analysiert Ihr Unternehmen und erstellt einen konkreten Digitalisierungsplan. Diese Beratung ist Voraussetzung für die Umsetzungsförderung.
  • Modul B — Umsetzung: Die tatsächliche Durchführung der Digitalisierungsmaßnahmen — etwa eine neue Website, SEO-Optimierung, ein Online-Shop oder IT-Security-Maßnahmen — wird mit bis zu 30 % bezuschusst.

Wichtig: Seit 12. Jänner 2026 ist eine neue Förderrunde verfügbar. Die Mittel sind begrenzt — eine frühzeitige Antragstellung ist empfehlenswert.

Wie viel Geld gibt es?

Die KMU.DIGITAL Förderung gliedert sich in zwei Module mit unterschiedlichen Zuschusshöhen. In Summe können Sie bis zu €8.400 an nicht rückzahlbarem Zuschuss erhalten:

Modul Was wird gefördert Zuschuss Max. Fördersumme
Modul A — Beratung Digitalisierungs-Strategie durch zertifizierten Berater 50 % bis zu €2.400
Modul B — Umsetzung Website, SEO, Online-Marketing, E-Commerce, IT-Security 30 % bis zu €6.000
Gesamt bis zu €8.400

Was wird unter Modul B (Umsetzung) konkret gefördert?

  • Website-Erstellung und Redesign — Neue Unternehmenswebsite oder Modernisierung einer bestehenden Seite
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) — Technisches SEO, Content-Optimierung, Local SEO
  • Online-Marketing und Social Media — Strategieentwicklung und Kampagnensetup
  • E-Commerce / Online-Shop — Aufbau oder Optimierung eines Webshops
  • IT-Security und Datensicherheit — Sicherheitskonzepte, Verschlüsselung, Backup-Systeme
  • CRM und Kundenmanagement — Einführung digitaler Kundenverwaltung
  • Digitale Geschäftsprozesse — Automatisierung interner Abläufe und Workflows

Gut zu wissen: Es handelt sich um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss. Sie erhalten das Geld nach erfolgreicher Abrechnung auf Ihr Konto — ohne Rückzahlungsverpflichtung.

Schrittweiser Förderantrag
Der Weg zur Förderung: Schritt für Schritt

Wer kann die Förderung beantragen?

Die KMU.DIGITAL Förderung steht einer breiten Zielgruppe offen, hat aber klare Kriterien. Prüfen Sie vorab, ob Ihr Unternehmen förderfähig ist:

Förderfähig sind:

  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Österreich — bis 249 Mitarbeiter
  • Wirtschaftskammer-Mitglieder — die Pflichtmitgliedschaft reicht aus, eine freiwillige Mitgliedschaft ist nicht erforderlich
  • Unternehmen mit Sitz in Österreich
  • Unternehmen, die für das beantragte Projekt keine andere Förderung für dieselben Kosten erhalten (keine Doppelförderung)

Nicht förderfähig sind:

  • Großunternehmen (ab 250 Mitarbeiter)
  • Vereine und Non-Profit-Organisationen
  • Öffentliche Stellen und Gebietskörperschaften
  • Unternehmen, die bereits eine KMU.DIGITAL Förderung für dasselbe Vorhaben erhalten haben

Schritt-für-Schritt Anleitung: So beantragen Sie die Förderung

Die richtige Reihenfolge ist entscheidend. Wer Schritte überspringt oder die Reihenfolge vertauscht, riskiert den Verlust der gesamten Förderung. Halten Sie sich an diese vier Schritte:

Schritt 1

Beratung buchen (Pflicht vor der Umsetzung!)

Die Beratung durch einen zertifizierten Berater ist der erste und verpflichtende Schritt. Ohne Beratung gibt es keine Umsetzungsförderung.

  • CDC-zertifizierten Berater auswählen — die Liste finden Sie auf kmudigital.at
  • Beratungsgespräch durchführen — üblicherweise 2–4 Stunden, in denen Ihr Digitalisierungsbedarf analysiert wird
  • Beratungsbericht erhalten — enthält konkrete Maßnahmenempfehlungen für Ihr Unternehmen
  • Förderantrag für Beratung stellen — über den Fördermanager der aws
Schritt 2

Förderantrag für die Umsetzung stellen

Nach der Beratung haben Sie 12 Monate Zeit, den Umsetzungsantrag einzureichen.

  • Antrag auf foerdermanager.aws.at stellen
  • Angebot oder Kostenvoranschlag beilegen — detailliert und dem Fördergegenstand zugeordnet
  • Beratungsbericht beifügen — als Nachweis für die absolvierte Beratung

Achtung: Beginnen Sie NICHT mit der Umsetzung, bevor der Förderantrag genehmigt wurde. Kosten, die vor der Genehmigung entstehen, sind nicht förderfähig.

Schritt 3

Umsetzung durchführen

Sobald der Antrag genehmigt ist, starten Sie mit dem Projekt.

  • Projekt umsetzen — z.B. neue Website erstellen, SEO-Optimierung durchführen, Online-Shop aufbauen
  • Rechnungen und Zahlungsnachweise sammeln — alle Belege sorgfältig dokumentieren
  • Abschlussbericht erstellen — Beschreibung der durchgeführten Maßnahmen und Ergebnisse
Schritt 4

Förderung abrufen

Nach Projektabschluss reichen Sie die Abrechnung ein und erhalten Ihren Zuschuss.

  • Abrechnungsunterlagen einreichen — Rechnungen, Zahlungsnachweise, Projektdokumentation
  • Prüfung durch die aws — Ihre Unterlagen werden auf Vollständigkeit und Förderfähigkeit geprüft
  • Zuschuss auf Ihr Konto — typische Bearbeitungsdauer: 4–8 Wochen nach Einreichung

Praxisbeispiel: So rechnet sich die Förderung

Ein konkretes Rechenbeispiel zeigt, wie viel Sie tatsächlich sparen können. Nehmen wir ein typisches Digitalisierungsprojekt — neue Website mit SEO-Optimierung:

Rechenbeispiel — Website + SEO

Beratung (Modul A): Kosten €4.000 — davon 50 % gefördert = €2.000 Zuschuss

Umsetzung (Modul B): Kosten €20.000 für Website + SEO — davon 30 % gefördert = €6.000 Zuschuss (Maximum)

Ergebnis: €8.000 Zuschuss — Ihre effektiven Kosten: €16.000 statt €24.000

Die Förderung macht Digitalisierungsprojekte spürbar günstiger. Gerade für KMU, die bisher vor der Investition in eine professionelle Website oder umfassende SEO-Optimierung zurückgeschreckt sind, kann KMU.DIGITAL den entscheidenden Unterschied machen.

Tipp: Die maximale Umsetzungsförderung von €6.000 erreichen Sie bei Projektkosten ab €20.000 (30 % von €20.000 = €6.000). Bei geringeren Kosten erhalten Sie anteilig weniger.

Häufige Fehler bei der Antragstellung

In der Praxis scheitern Förderanträge häufig an vermeidbaren Fehlern. Damit Ihnen das nicht passiert, hier die fünf häufigsten Stolperfallen:

  1. Mit der Umsetzung vor der Genehmigung beginnen — Das ist der häufigste und teuerste Fehler. Alle Kosten, die vor der schriftlichen Förderzusage entstehen, sind nicht förderfähig. Das Projekt gilt dann als bereits begonnen, und der gesamte Zuschuss entfällt.
  2. Keinen CDC-zertifizierten Berater wählen — Nur Berater, die im offiziellen Verzeichnis auf kmudigital.at gelistet sind, werden anerkannt. Eine Beratung durch einen nicht-zertifizierten Berater zählt nicht als Voraussetzung für Modul B.
  3. Fristen für die Abrechnung verpassen — Nach Genehmigung haben Sie einen definierten Zeitraum, um das Projekt umzusetzen und abzurechnen. Wer die Frist verstreichen lässt, verliert den Förderanspruch.
  4. Fehlende Dokumentation — Unvollständige Rechnungen, fehlende Zahlungsnachweise oder ein mangelhafter Abschlussbericht führen zu Verzögerungen oder Ablehnungen. Dokumentieren Sie alles lückenlos von Anfang an.
  5. Projekt nicht ausreichend dem Fördergegenstand zuordnen — Der Kostenvoranschlag und die Rechnungen müssen klar erkennen lassen, welche Leistungen unter den Fördergegenstand fallen. Pauschale Angaben ohne Aufschlüsselung werden oft nicht akzeptiert.